Upcycling und Re-design finden wir ja super. Aber was bitte ist ein Cho’jac?

Textildesigner Thomas (tms*) kommt ursprünglich aus der Schweiz, lebt nun in Berlin und lernte die traditionellen Netzbeutel Cho’jac (sprich ‚tscho-chac‘) als erstes in einem Museum für Völkerkunde kennen, später direkt in Mexico (in San Cristobal de las Casas in Chiapas). In der Kultur der Maya-Tzotzil werden sie gebietsweise auch heute noch verwendet.


Das eigentliche Netz wird hier mit einem Riemen aus Leder kombiniert, der zum Tragen schwerer Lasten, wie Mais oder Feuerholz, über die Stirn geführt wird. tms* fand einen Hersteller der Netze, welcher versteckt in einem kleinen Dorf weit ausserhalb der touristischen Zentren lebt.

Als konsequent nachhaltiges Projekt mit einem sozio-kulturellen Hintergrund, sollen die seit Jahrtausenden gebräuchlichen Netzbeutel der Maya-Tzotzil aus Mexiko vor dem akut drohenden Verschwinden bewahrt werden.

Das Netz selbst ist aus 100 % reißfester Sisal-Agave hergestellt. Dieser Prozess dauert bei einer Endgröße von etwa 50cm bis zu 6 Wochen. Die extra dicken Lederriemen sind von deutschen Rindern und wurden pflanzlich gegerbt. Das hochwertige Innenfutter besteht aus reinem, strapazierfähigen Leinen aus deutscher Produktion und wird in einer heimischen Werkstätte von Menschen mit Behinderung vernäht.

tms* hat aus dem Netzbeutel eine richtige Design-Tasche gemacht, die komplett aus Handarbeit gefertigt wird.

Als ich ihn auf einen Kaffee und einem Stück Kuchen in Berlin treffen konnte, brachte er mir seine 2 Cho’jac Varianten mit. Unglaublich, wie hoch die Qualität ist.

Das allmähliche Verschwinden dieses Handwerks hat mich dazu bewegt dieses Projekt aufzubauen und eine Kooperation mit den Maya-Tzotzil zu organisieren. Slowdesign und fair trade – hardcore handwork in its pure form.

https://chojac.net/