Was für ein Name! Und was für eine unglaubliche cuteness dahinter versteckt, wagt man im ersten Moment gar nicht wirklich zu glauben.

Ich selbst dachte an ein High-Fashion Label mit minimalistischen Styles…

Und wurde eines Besseren belehrt, nachdem ich es mir anschaute: ein Slow-Fashion Label mit lebendig verspielter, bunter Strickmode soweit das Auge reicht! Großartig!

Aber es ist nicht einfach massenproduzierter Strick: die einzelnen Kollektionsteile werden fair und traditionell vor Ort in Peru aus größten Teils Alpaca-Wolle und Baumwoll-Restgarnen gefertigt und mit einer Handstrickmaschine zu diesen Schmuckstücken gestrickt, die dich durch ihre hohe Qualität lange begleiten.

Und dieser Name…

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…ich hatte noch ein paar unbeantwortete Fragen.

Zuallererst: das ist Julia aus Berlin.

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Du hast „Conceptual Fashion Design“ studiert. Was genau verbirgt sich dahinter und wie hat es Einfluss auf dein diesjährig gegründetes Label?

Ich habe an der Burg Giebichenstein in Halle studiert.
Das Studium lässt viel künstlerischen Spielraum und es darf auch experimentiert werden.
Dennoch bleibt der Gedanke, eine stimmige Kollektion zu entwickeln, nie aussen vor. Mir liegt es sehr am Herzen Mode zu machen, die tragbar ist und dennoch eine starke Portion Individualität und Freigeist mit sich bringt.

Wo in Berlin arbeitest du an deiner Kollektion?

Im Augenblick habe ich noch ein kleines Arbeitszimmer in meiner Wohnung. Ich bin aber auch auf der Suche nach einem kleinen Atelier, oder einer Ateliergemeinschaft, in die ich mit Annamariaangelika einziehen kann.

Warum hast du die doch recht lange Fusion deiner Mittelnamen für dein Label gewählt und nicht etwas „Einfaches“?

Mein kompletter Name ist Julia Anna-Maria Angelika Müller. Meine Eltern haben fast sämtliche weiblichen Ahnen in meinem Namen verewigt. Es sind meine beiden Omis und meine Patentante. Ich dachte mir, warum mühsam einen Namen erfinden, wenn ich doch genug eigene habe. Außerdem mag ich den Gedanken, dass es meine Familie ist. Irgendwie ist es, als ob sie alle hinter mir stehen und wir gemeinsam an Annamariaangelika arbeiten. Mit einem Augenzwinkern betrachtet ist es dann ein Familienunternehmen in dritter Generation :)

Warum gerade Peru?

Bereits als Kind war ich fasziniert von Bildern aus den Anden und den indigenen Völkern vor Ort. Schon damals stand fest, irgendwann muss ich dorthin. Es wirkte alles so lebendig, lebensfroh und voller Energie. Was ich damals noch nicht wusste, Peru ist eine wahre Schatzkammer für traditionelles Kunsthandwerk. Besonders auch im textilen Bereich. Teilweise arbeiten die Künstler noch mit den Techniken der alten Inkas. Es ist sehr beeindruckend, welches Wissen dort teilweise schlummert und droht in Vergessenheit zu geraten.

Das interessiert mich sehr und ich habe auf meinen Reisen auch bewusst versucht, dieses Handwerk und die Menschen dahinter aufzuspüren.

Wie oft bist du vor Ort bzw. wie hälst du den Kontakt dorthin?

Nach meinem 6-monatigen Aufenthalt folgte das Jahr darauf ein weiterer Monat. Dann kam mich Carolina, die Gründerin der Strickmanufaktur, 2 Wochen in Berlin besuchen.
Wir stehen in regelmäßigem Kontakt per Skype und Email. Die nächste Reise ist geplant, sobald mein Kickstarter Projekt erfolgreich finanziert wurde.

Wird sich die Buntheit weiterhin durch deine zukünftigen Kollektionen ziehen?

Das ist eine gute Frage. Meine Entwürfe erzählen sehr oft von einer lebensbejahenden Stimmung.
Auch lache ich sehr gerne und das verleitet mich durchaus dazu tendenziell eher farbige Nuancen zu wählen. Die farblichen Abstufungen sind ja glücklicherweise nahezu endlos, ihr dürft also gespannt sein ;)

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Wir wünschen uns, dass diese erste Kollektion an die Leute gebracht wird und noch viele folgen!

Julia erwähnte ihre Crowdfundingkampagne für ANNAMARIAANGELIKA, die am 17. Januar 2016 erfolgreich finanziert wurde. Unseren Glückwunsch!

Merci für deine Antworten, dein tolles Bildmaterial und deine Zeit, liebe Julia.

www.annamariaangelika.de

Photos by Louise Victoria Reinke